Der Mensch baut Getreide seit etwa 10 000 Jahren zu
seiner Ernährung an. Die Arbeitsgänge des Bauern sind vielschichtig: von
der Bereitung des Saatbeetes über die Saat, die Ernte, das Dreschen und
das Trennen der "Spreu" vom Getreidekorn.
An die Produktion des Brotgetreides schließt sich der Getreidehandel
an: vom ehemaligen Beruf des "Sackträgers" bis zu den Getreidebörsen in
Chicago und Winnipeg.
Die Technikgeschichte des Mahlens geht über einfache Reibsteine und
Wassermühlen bis zu Fließdiagramme moderner Industriemühlen.
Fladenbrot, Ringbrot, Baguette ...
Vielfältig waren die Formen, die das Brot im Laufe seiner Geschichte
angenommen hat. Mit den Haubenfladen aus der jügeren Steinzeit hat die
Geschichte des Brotes begonnen. 6000 Jahre Brotbacken in Europa bedeutet
aber auch eine technikgeschichtliche Entwicklung der Backgeräte und
Backöfen - von der Backglocke aus Keramik bis zur vollautomatisierten
Backstraße. Über den Bäckerladen oder durch fahrende Händler mit
Tragekörben oder Fahrzeugen kam das Brot zum Verbraucher.
Bäckerwappen, Brezel, steigende Löwen ...
Ob Ausbildung des Nachwuchses im Handwerk, Qualitäts- kontrolle,
Versorgung von Witwen und Waisen zu einer Zeit, als es noch keine
Sozialkassen gab - die Zunft der Bäcker und Müller spielte in den
mittelalterlichen Städten oft eine erhebliche Rolle.
Zunfttruhen, Urkunden, Zunftpokale, verziert mit der Brezel oder dem
Wecken als dem Symbol der Bäcker oder dem Mühlrad für die Müller machen
die Bedeutung der Zünfte wieder erlebbar. Heute sind es Innungen und
Innungsverbände, ein freiwilliger Zusammenschluß von selbständigen
Handwerksmeistern, welche die Interessen des Berufsstandes vertreten.
Wellholz, Kuchenform, Krapfeneisen ...
Was wäre die festliche Kaffeetafel ohne Feingebäck: das süße Gebäck,
die feinen Waffeln, den gelungenen Gugelhupf und andere leckere Kuchen?
75% der agrarisch nutzbaren Fläche der Welt dient der
Erzeugung von Getreide, und 50% des geernteten Getreides wird vom
Menschen direkt verzehrt.
In allen Gebieten der Erde ist Brot und Getreidenahrung in Form von
Brei und Fladen die wichtigste Quelle für die Versorgung mit
Kohlenhydraten und mancherorts sogar mit Eiweiß.
Der Brotteig , z. B. für ein Bauernbrot bestand ursprünglich aus:
- zu Mehl vermahlenem Korn (meist Weizen und Roggen),
- Wasser,
- aus Roggenmehl hergestelltem Sauerteig
(wichtig zur Lockerung (Sauerteighefen) und zum
Aufschließen der im Roggenmehl befindlichen
Klebereiweiße Gliatin und Glutenin!
Die nötige Säuerung wird durch die im Sauerteig
gezüchteten Essigsäurebakterien und
Milchsäurebakterien erreicht.
Die verschiedenen biologischen Systeme der Säuerung
und Lockerung müssen in mehreren Stufen mit
verschiedener Teigviskosität und mit unterschiedlichen
Temperaturbereichen ablaufen.
Der Sauerteig ist deshalb bis auf wenige Ausnahmen
immer ein Mehrstufensauerteig. Im Rahmen dieser
verschiedenen Stufen entwickelt der Sauerteig ein für
ihn typisches Aroma, das man mit keinem noch so
ausgetüfteltem Geschmacksdesign kopieren kann.),
- Salz und
- ausgewählten Brotgewürzen (die, wie zum Beispiel
Kümmel eine nachgewiesene magen-darmfreundliche
Wirkung besitzen),
in mehreren Stunden hergestellt, abgewogen, zu Brotlaiben geformt
(gewirkt), und nach langer Stehzeit (Stückgare) in den Holzofen
geschoben!
Bereits einige hunderttausend Jahre der
Menschheitsgeschichte waren verstrichen, ehe unsere Vorfahren die
Nahrung nicht mehr ausschließlich in rohem Zustand zu sich nahmen.
Ursprünglich waren wir Menschen Sammler tierischer und pflanzlicher
Nahrung.
Aus ihnen wurden schließlich Hackbauern und in progressiveren
Kulturkreisen bahnte sich über den Anbau von Gräsern mit schmackhaften
Samen der Übergang vom Hackbau zur Pflugkultur an.
Die züchterische Auslese von besonders wohlschmeckenden und großsamigen
Getreidefrüchten erfolgte im Laufe der folgenden Jahrtausenden. So wurde
eine Voraussetzung für die Speicher- und Bevorratungswirtschaft
geschaffen und damit ein Seßhaftwerden der Hackbauern und durch ständig
ansteigend der Bevölkerungszahlen ein notwendiges Vordringen in kaum
erschlossenen nördliche, kältere Regionen erst ermöglicht.
Als älteste Getreide wurdenVorstufen zum Weizen (Einkorn,Emmer und
Dinkel)und der sechszeiligen Gerste angebaut. So sind zum Beispiel
Roggen und Hafer jünger als die Hirse.
Die Getreidekörner wurden zunächst roh verspeist . . . Bis der
Pflugbauer das handwerkliche Herstellen von Brot entwickeln konnte,
waren noch viele Dinge (ständiges Bereithalten von Feuer bzw. das
Erzeugen desselbigen, und viele andere Hilfsmittel) zu entdecken und zu
erfinden. Ein dorniger langer weiter Weg.
Die roh gegessenen Getreidekörner waren schwer
verdaulich. Im Laufe der Zeit ging man über diese zu rösten - eine
Nachahmung des Fleischbratens.
Eine Brühe läßt sich erst dann bereiten, wenn die Körner
zerquetscht und dann mit Wasser gekocht sind.
So entstand der Brei, eine Speise, die Milliarden von Menschen ernährt
hat.
Noch heute ist der Brei das Hauptnahrungsmittel der ostasiatischen
Völker, der Sudan-Negern und von vielen anderen Entwicklungsvölkern.
Obwohl der Brei jahraus, jahrein gegessen wurde, war er
durchaus keine eintönige Nahrung.
Schnell fand man heraus, den Geschmack des Breies durch Zutaten zu
verändern!
Honig, Wurzeln, Beeren und Pilze, wurden von listigen KöchInnen
verwendet, ja sogar durch Fisch und Fleisch erzielte man eine Aufwertung
der Breispeise.
Ein slawischer Volksstamm, die Goralen, kannten so viele Breispeisen,
daß sie über einen Monat hindurch mittags und abends je einen jeweils
anderen Brei hätten essen können.
Zwei Steine dienten zum Zerquetschen der Körner, die später zu
Mahlsteinen weiterentwickelt wurden.
Zwischen den urtümlichen Mühlsteinen wurden so viele Sandkörner
mitgemahlen, daß sich das Gebiß des Menschen sehr schnell abnutzte.
Es war wahrscheinlich Zufall, daß sich aus dem Brei der Fladen
entwickelte:
Trocknet nämlich der Brei im Gefäß an oder bäckt er auf einem Stein
fest, so entstht ein Fladen, der im frischen Zustand eßbar ist,
allerdings schnell sehr hart wird.
Der Fladen läßt sich nur in dünnen Lagen verbacken, da
er sonst innen nicht gar wird. Eine weitere Entdeckung war, daß man den
Fladen wieder zu Brei aufweichen kann. Als Fladen war der Brei bequem zu
transportieren. Ein Nachteil der Fladenbäckerei war, daß man dem Teig
nicht beliebige Nahrungsmittel beimengen konnte. Der Fladen hat deshalb
den Brei niemals verdrängen können. Noch heute werden in den
orientalischen Ländern und in Südamerika hauptsächlich Fladen gegessen.
Schiffszwieback ist eine jüngere Weiterentwicklung des Fladens.
Der Übergang vom ungelockerten Fladen zum gelockerten Brot war
wahrscheinlich keine Erfindung der Ägypter, wie viele Autoren meinen,
sondern ein Zufall, der sich an verschiedenen Orten ungefähr
gleichzeitig und oft wiederholte. Bei einem zubereiteten Fladenteig, der
nicht sofort verbacken wird, macht sich die Gärtätigkeit der bereits im
Mehl vorhandenen und aus der Umgebung des Teiges hinzugekommenen
Mikroben bemerkbar, da für sie der Teig einen geeigneten Nährboden hat.
So entstand der Sauerteig.
Wurde er zu einem Fladen verbacken, so war dieser lockerer und
schmeckte viel besser.
Das neue Gebäck war begehrt, da dieses lockerer und deshalb leichter
verdaulich war und zudem besser scheckte als der herkömmliche Fladen.
Deshalb erfuhr es eine weltweite Verbreitung.
Es ist außerordentlich schwierig das erste Auftreten von gelockerten
Fladen, also das initiale Erscheinen des Brotes zeitlich zu datieren.
Die Bedeutung der Funde ist problematisch, denn getrockneter Brei läßt
sich vom gebackenen Fladen meist nicht unterscheiden.
Nachträglicher Befall von ubiquitär vorhandenen wilden Hefen kann die
Existens bewußt hergestellter Sauerteigbrote vortäuschen.
Mikroskopische Untersuchungen der ägyptischen Brotreste aus der 4.
Dynastie (2850 v. Chr.) ergaben, daß es sich höchstwahrscheinlich
tatsächlich um ungelockerte Fladenbrote und nicht Sauerteigbrot handelte.
Die Bibel (Moses 2, Kap. 12) belegt die erste gesicherte Überliederung
von Sauerteigbroten.
Damit wäre die Existens von Brot zur Zeit des Auszugs der Israeliten
aus Ägypten (1400 - 1200 v. Chr.) belegt.
Die Teiggärung führt sicherer und schneller zum Erfolg, wenn man den
frischen Teig mit altem, schon vergorenen versetzt, denn alter Sauerteig
stellt eine Anreicherung von den zur Vergärung notwendigen
Mikroorganismen dar. Zudem ist man unabhängig von hohen Temperaturen und
einem temperatur-konstantem Umgebungsmedium, die für einen zeitlich
günstigen Bakterien- und Hefebefall Voraussetzung waren.
Unentberhrlich machte die in Eurasien einsetzende Klimaverschlechterung
den Sauerteig zu der Zeit der Völkerwanderung.
Lange Zeit hindurch wurden bei uns fast ausschließlich solche
Sauerteigbrote gegessen ... bis ins Mittelalter. Man unterscheidet drei
Kulturkreise, in denen die Herstellung des Brotes eine besondere
Entwicklung genommen hat:
1. Das Gebiet nördlich der Alpen. Hier fand vornehmlich die spontane
Sauerteiggärung (s. u.) Anwendung.
2. Ägypten, dort wurde zur Teigbereitung die Bierhefe seit dem 4.
Jahrhundert v. Chr. verwendet.
3. Das ehemals von den Kelten bewohnte Gebiet Frankreichs und Spaniens,
wo schon sehr früh der Anbau des Weines und des Weizens bekannt war.
Dort fand bereits um 200 v. Chr. der Schaum des Traubenmostes zur
Brotherstellung Verwendung.
Probleme der Brotherstellung im 20. Jahrhundert
Erst Anfang/Mitte des 20. Jahrhunderts wurde zuerst von den
Backfabriken später auch von den mittleren und kleineren Bäckereien
anstatt Sauerteig für den Brotteig Zitronensäure verarbeitet.
Der Vorteil, die Arbeitsersparnis der Sauerteigherstellung und der
pecuniären Einsparung ausgebildeter Fachleute, verbunden mit der nun
möglichen gleichmäßigen Teigbereitung, die für die Maschinengängigkeit
der Brotfabriken unabdinglich war, wurde eingekauft mit einem Verlust
von Geschmack, den nicht nur Gourmets bemerkten und der typischen
Brotqualität, ein Brot 2 bis 4 Wochen essen zu können.
So ein Nichtsauerteigbrot wurde und wird oft schon nach 1 - 2 Tagen
hart und annährend ungenießbar...
Das Problem wurde von den Backmittelfirmen erkannt.
Man produzierte und produziert (!) fortan Backmischungen, die zwar auch
nicht länger haltbar sind, jedoch durch professionell gedesignten
Geschmacksverstärkern ein im Mund zu entfaltendes
Brötchen-Schinken-Bier-ähnliches Ambiente zu erzeugen in der Lage sind.
Mit Aufkommen der Backmischungen wurde der Sauerteig und Sauerteighefen
teils durch Starkhefen und Backpulver ersetzt, und als Zutaten Fett,
Milch, Magermilch, Zucker und Gewürzen, sowie unter Verwendung von
Lockerungsmitteln (Sauerteig, Hefe, Backpulver) hergestelltes Gebäck.
Da der Verbraucher durch Zeitungsberichte, Fernsehreportagen usw.
hellhörig geworden war, bekamen die Bio-Verbände wie Demeter, Bioland,
Agor und mehr regen Zulauf.
Viele kleine Backbetriebe, auch schon mittlere mit mehr als 10
Beschäftigte, fangen jetzt an, wieder auf ihren Betriebssauerteig zu
setzten und eine gute bis Spitzenqualität zu bieten.
Meist arbeiten sie ohne Backmischungen und ohne Zusätze, die die Teige
maschinengängig machen sollen.
Der Kunde kann dies durch im Geschäft veröffentlichte
Öko-Kontrollnummern selbst nachprüfen.
Viele Kunden honorieren dies und kaufen wieder verstärkt in dem
Bäckerladen von nebenan.
Größere Betriebe allerdings sind oft noch zu schwerfällig um ihren
Berieb umzustellen.
Weit wichtiger für den Nährwert und die
Ballaststoffsituation wie die Unterscheidung Vollkornbrot oder
Nichtvollkornbrot ist die Verwendung der stark- oder weniger stark
ausgemahlenen Roggen- und Weizenmehle. So wird der Gehalt an
Ballaststoffen in Deutschland anhand der Typenzahlen der verwendeten
Mehle ermittelt. Mehltype ist die Maßzahl für den Aschegehalt und den
ungefähren Ausmahlungsgrad der Mehle. Die Maßzahl ist der tausendfache
Aschegehalt in der Trockensubstanz der Mehle und in Deutschland seit
1934 zur Charakterisierung der Mehle in Brauch. Die Typisierung des
Mehles durch den Aschegehalt wurde von M o h s entwickelt.
Die Typenzahl gibt den prozentualen Aschegehalt bezogen auf die
Mehltrockensubstanz, bis zur dritten Stelle nach dem Komma an.
Beträgt der Aschegehalt in der Trockensubstanz (i. d. T.) z. B. 1.050 %
so beträgt die Typenzahl 1050.
Technik: Zur Ermittlung der Aschezahl werden 5 g Mehl in einem
Porzellanschälchen für 60 bis 90 min in einen auf 920 °C geheizten
Muffelofen geschoben, verbrannt und geglüht.
Der Glührückstand wird im Exsikkator mit Trockenmittel, in dem sein
Gewicht durch Anziehung der Luftfeuchtigkeit nicht verändert wird,
abgekühlt und schlißlich gewogen.
Der helle Mehlkern enthält wenig Asche. Die Schlae, Aleuronschicht, und
der Keimling weisen dagegen einen hohen Aschegehalt auf, so daß der
Ausmahlungsgrad und die Mehlfarbe mit der Aschezahl in enger Beziehung
stehen.
Weizengemengemehl der Typen 700 und 1100 wird aus Gemenge in einer
Zusammensetzung von 60 % Weizen und 40 % Roggen hergestellt.
Roggengemenge und Weizengemenge müssen aus gemischter Saat gewachsen
sein. Das Aufmischen von Roggengemenge oder Weizengemenge bis zu dem
festgesetzten Anteil hat durch Roggen oder Weizen zu erfolgen.
In Deutschland lassen sich nach der Art der
verarbeiteten Mehle, der Teigführung, der Backtemperatur, der Backdauer
und den Zutaten mehrere Hundert Brotsorten unterscheiden, die vier
Brotgruppen zugeordnet werden.
Brot mit mindestens 90% Weizenanteil ist Weizenbrot. Brot mit 50-89%
Weizenanteil bezeichnet man als Weizenmischbrot. Brot mit 50-89%
Roggenanteil heißt Roggenmischbrot, und das Roggenbrot hat mindestens
90% Roggenanteil. Weiß-Brot ist jedes aus Weizenmehl ohne Milch, Fett,
Zucker usw. mit Hefe gebackene Brot. Vollkorn-Brot wird unter Verwendung
von Weizen- oder Roggenschrot hergestellt und hat einen 90%
Vollkornanteil.
Bauern-Brot oder Land-Brot, ein aus stark ausgemahlenen Roggen meist
Typ 1370, unterscheiden sich von den ortsüblichen Brot durch besondere
Behandlung, z. B. durch längere Backezeit.
Spezial-Brote werden unter Verwendung von
Nichtbrotgetreideerzeugnissen, nach besonderen Backverfahren, mit
Zutaten tierischer oder pflanzlicher Herkunft hergestellt, oder sie
enthalten veränderte Nährwerte oder sind für spezielle Diäten geeignet.
Bekannte Sorten sind: Steinmetz-Brot, ein Vollkorn-Brot, bei dem das
Getreide im Nassschälverfahren geschält und der Teig in Formen gebacken
wird. Bei Kräcke-Brot wird der flüssige Teig in dünnen Schichten
gebacken, die dann noch nachgetrocknet werden. Pumpernikel ist ein aus
Roggenvollkornschrot und dunklem Roggenvollkornmehl in speziellen
Dampfkammern mindestens 16 Stunden bei 120°C gebackenes Brot, wobei
reichlich Röststoffe und Abbauprodukte der Stärke (Dextrine, Maltose)
entstehen, die die dunkle Farbe und den süßlichen Geschmack ergeben.
Diabetiker-Brot wird auf der Basis von
Roggenbackschrot/Roggenvollkornschrot unter Zugabe von Reis,
Weizenkleber, grober Speisekleie u. a. Wasser bindenden Substanzen
hergestellt; Feuchtigkeitsgehalt über 50%. Der Brennwert beträgt maximal
840 Kilojoule (200 kcal) je 100 g.
Brot ist weltweit eines der wichtigsten Nahrungsmittel,
das zu einem großen Teil den Bedarf an den für die Ernährung des
Menschen motwendigen Nährstoffen deckt; je nach den
Ernährungsgewohnheiten in den einzelnen Ländern zwischen 18 und 80%.
Brot ist besonders wichtig als Lieferant von Kohlenhydraten und Eiweiß,
von Vitaminen der B-Gruppe und der E-Gruppe sowie als Träger von
Mineralstoffen. Die chemische Zusammensetzung sagt jedoch nichts über
die Verdaulichkeit und die Ausnutzbarkeit aus, die wesentlich von der
Art der Brotherstellung abhängen. Der Verbrauch an Brot hat nach Jahren
des Rückgangs und der Stagnation seit 1974 um durchschnittlich 1%
jährlich wieder zugenommmen. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Dtl. lag 1993/94
bei 81,3 kg. Damit liegen die Bundesbürger im europäischen Vergleich
ganz vorn.
Rechtliches
Nach der Fertigpackungsverordnung von 1994 sollte Brot in
Fertigpackungen ungeteilt oder in Stücke geschnitten nur in Mengen von
750, 1250, 1500, 1750 oder 2500g zum Verkauf angeboten werden.
Über die Zusammensetzung von Brot und der verschiedenen Brotsorten gibt
es keine Rechtsvorschriften, wohl aber alte, heute nicht mehr in Kraft
befindlichen Vorschriften des Reichsnährstandes von 1944. Die im Dt.
Lebensmittelbuch enthaltenen Leitsätze für Brot und Kleingebäck geben im
Wesentlichen die bestehende allgemeinen Verkehrsauffassung von Brot
wieder. Darüber hinaus gibt es Richtlinien des Bäckerhandwerks und der
Brotindustrie. Das alte Brotgesetz ist im Wesentlichen ersatzlos
aufgehoben worden.
Volkskunde
Bei allen Ackerbau treibenden Völkern gilt das Brot als heilig. Darauf
weisen die zahlreichen Festgebäcke (v.a. Gebildbrote) ebenso hin wie die
früher nach strengen Regeln vorgenommenen Handlungen beim Backen,
Anschneiden, Hinlegen und Aufbewahren des Brotes, von denen einige heute
noch üblich sind, z. B. das Kreuzzeichen über dem Brot vor dem
Anschneiden. Viele Sagen berichten von unerbittlichen Strafen für
Brotfrevler. Brot und Salz wurden meist als Zeichen der Gastfreundschaft
und guten Wunsches, daß Brot und Geld nicht fehlen sollen, beim Einzug
und bei Hochzeiten als Symbol für Ehe und Familie überreicht. In der
christlichen Symbolik ist Christus das Brot des Lebens. Die
Brotvermehrung durch Jesus wurde Vorbild für mittelalterliche
Brotwunderlegenden.
Bäckerei- und Technikgeschichte, ein Widerspruch?
Hans Münstermann
Peter Lang Verlag, 1988;
Die Enzyklopädie
Brockhaus, 4. Bd. 1996;
Das Brot
Mechthild und Siegfried Noding
Aulis Verlag Deubner& Co KG, 1969;
Verfahrenstechnik Bäckerei, Arbeitskunde für Bäcker
Otto Doose
Gildeverlag Alfeld1978
Monika Machnicki
Deutsches Brotmuseum Ulm
www.Baeckerei.de