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Haferflocken:

Haferflocken, geschälte, gedarrte und gewalzte Haferkörner, vor dem Walzen zum Aufschliessen der Stärke zwecks besserer Verdaulichkeit gedämpft. Als Rohkost (Müsli), Brei (Kochzeit ca. 3 Minuten) oder Schleim zu essen; als Zutaten vielseitig in Küchenrezepten verwendbar. "Präparation" bei der Herstellung (Schälmüllerei) bewirkt Haltbarkeit über mehrere Jahre bei kühler, trockener Lagerung und verhindert bitteren Geschmack. Ernährungsphysiologischer und diätischer Wert bedingt durch: Hohe Eiweisswertigkeit, hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Schleimstoff Lichenin (Magen-Darmdiät), Vitamin B1 (0,55 mg in 100g) sowie Eisen.
Hafer hat doppelt soviel Eiweiß wie andere Getreide, dazu einen hohen Anteil an Ballastund Mineralstoffen.

Herkunft:

Obgleich Hafer als Kulturgetreide relativ jung ist, hat er für die menschliche Ernährung eine ganz besondere Bedeutung. In der Bronzezeit als "Unkraut" mit verzweigten Rispen in den Feldern von Emmer (Urweizen) entdeckt, wurde er schnell zur Ernährungsgrundlage der Armen. Da dampfte Tag für Tag nahrhafte "Hafergrütze" in großen Töpfen
- am Morgen, am Mittag, am Abend...
Herkunft: Heute kommt der meiste Hafer zur Lebensmittelherstellung aus Übersee (USA, Kanada, Australien) nach Europa. Hiesiger Hafer dient mehr als hochwertiges Tierfutter.

Inhaltstoffe in 100 g ca.:

10,3 g Wasser - 13,8 g Eiweiss - 6,6 g Fett - 66,2 g Kohlenhydrate -1,4 g Rohfaser - 1,7 g Mineralstoffe - 407 mg Phosphor - 3,23 mg Vitamin E - 402 kcal - 1683 kJ
 
Ob hauchzart oder kernig, Haferflocken sind meist Vollkorn-Produkte, d.h. in ihnen stecken alle für die Gesundheit wertvollen Inhaltstoffe des vollen Korns: Hochwertiges Eiweiss, Vitamine der B-Gruppe und Vitamin E sowie reichlich Mineralstoffe, vor allem Kalzium und Eisen.
 
Die im Korn enthaltenen Ballaststoffe sind nicht nur verdauungsfördernd, sie können sich auch günstig auf einen überhöhten Cholesterinspiegel auswirken.

Herstellung:

Das bekannteste Haferprodukt sind die Flocken: Nach der Reinigung des Rohgetreides werden die Haferkörner mehrere Stunden zunächst mit Dampf, dann mit Hitze behandelt. In der Darre bildet sich das nußartige Aroma aus. Außerdem werden dadurch Enzyme unwirksam gemacht, durch die die Flocken bei Lagerung bitter und ranzig werden würden. Nach dem Verlassen der Darre werden die Körner nach Größe sortiert (wie kein anderes Getreide bildet Hafer nämlich Körner sehr unterschiedlicher Länge aus). Zwischen Mahlsteinen, deren Abstand auf die entsprechende Kornlänge eingestellt ist, werden die Körner entspelzt - aus Körnern sind Kerne geworden. Die werden gedämpft und dann zwischen rotierenden Walzen zu Flocken breitgedrückt.

Hier ein Überblick über die verschiedenen Haferflocken-Sorten und ihre Verwendung in der Küche:

Grossblatt-Haferflocken
... (z.B. Köllns Echte Kernige) werden aus ganzen, besonders grossen Haferkörnern gewalzt. Sie schmecken in Müslis und Gerichten "mit Biss" und geben Gebäck eine leicht nussige Note.
 
Kleinblatt-Haferflocken
  ... (z.B. Blütenzarte Köllnflocken) werden aus geschnittenen Haferkörnern (Grütze) hergestellt. Sie sind die vielseitigsten Haferflocken und eignen sich für Müslis, (Schonkost-)Brei, Aufläufe und Desserts, zum Binden von Suppen, Saucen und Eintöpfen, sowie zum Auflockern von Gebäck, Frikadellen und Klössen.

Instant-Flocken
... sind zartschmelzende Flocken aus Hafermehl, die sich leicht in warmer und kalter Flüssigkeit auflösen. Ideal zum Binden von Suppen und Saucen. Damit panierte Fleisch- und Fischstücke werden aussen knusprig und innen saftig. In Fruchtsaft eingerührt, machen sie diesen zum gesunden Energie-Drink.
* Quelle: nach: Bella ?/95 ergänzt durch: Dr. Oetker Lexikon "Lebensmittel und Ernährung" 1984 erfasst: A. Bendig

Erfasser : Astrid
Datum : 10.12.1995
Erfasser : Lothar Datum : 02.02.1995